Mein Geburtsbericht – Und wie ich mich spirituell auf meine 1. Geburt vorbereitete

Meine erste Schwangerschaft, meine spirituelle Geburtsvorbereitung und mein Geburtsbericht

Schon lange bevor ich zum ersten Mal schwanger wurde, sagten 2 Frauenärzte zu mir, ich könnte auf natürlichem Wege keine Kinder gebären. Als Gründe nannten sie zu schmales Becken und vernarbter Scheidengang und Muttermund (aufgrund einer OP). Gut, den Glaubenssatz hatte ich fest drin. Mir war klar-sollte ich mal schwanger werden, würde das Kind per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht werden. Alles in mir zog sich zusammen, wenn mir jemand von seiner natürlichen Geburt berichtete. Alle Frauen, die ich kannte, berichteten von sehr schmerzvollen und traumatischen Geburten. Kennt ihr das? Es ging soweit, dass ich richtig Angst vor einer natürlichen Geburt hatte, für mich war ein Kaiserschnitt schmerzfreier und gesünder. 

Als ich dann mit meinem ersten Sohn schwanger wurde, hatte ich das starke Gefühl, keine Schwangerschaftsbücher lesen und mich mit niemandem mehr über Schwangerschaft und Geburt unterhalten zu wollen. Ich hatte ein großes Bedürfnis nach Stille und wollte meinen Blick nach Innen richten. Meine Mutter schenkte mir das Buch der berühmten Hebamme Ina May Gaskin, das ich eigentlich nicht lesen wollte. Irgendwas brachte mich doch dazu, weshalb ich heute sehr dankbar bin. Es erinnerte mich daran, dass eine Geburt das Natürlichste überhaupt ist und wir Frauen irgendwo in uns scheinbar eine unbeschreibliche Kraft versteckt haben, die uns scheinbar Unmögliches vollbringen lässt. Durch ihr Buch fing ich auch an mir Gedanken darüber zu machen, was eine natürliche Geburt ohne äußere Eingriffe für Mutter und Kind bedeuten kann und was ein Kaiserschnitt und Schmerzmittel, eingeleitete Geburten usw für Mutter und Kind bedeuten können. In mir wurde eine ganz neue Dynamik losgetreten, ich glaube es bildeten sich buchstäblich neue Nervenbahnen in meinem Gehirn, die ein ganz neues Bild von Schwangerschaft und Geburt in mir kreierten. Früher dachte ich tatsächlich Schwangerschaft bedeutet, dass eine Frau ein Baby im Bauch hat, und Geburt bedeutet, dass das Baby heraus geschnitten wird. Punkt. Plötzlich tat sich  für mich eine neue Welt auf und ich weigerte mich, den von mir übernommenen  Glaubenssatz „ich werde nie ein Kind natürlich auf die Welt bringen können“ zu glauben. Da ich bereits kurz vor meiner ersten Schwangerschaft die ThetaHealing Ausbildung gemacht hatte, beschloss ich meinen Körper, meinen Geist und meine Seele auf die Geburt vorzubereiten und genauso das Baby. Am wichtigsten war mir, herauszufinden, was mich und das Baby von einer friedlichen Geburt abhielt. Da gab es einige schmerzhafte Ängste und Glaubenssätze/Programmierungen zu transformieren. Einiges lag noch von meiner eigenen Geburt in meinen Zellen, vieles kam neu dazu. Einmal ließ ich mir von einem befreundeten Thetaheiler helfen. Es fällt mir nicht immer leicht, mich selbst zu behandeln.

Als nächstes harmonisierte ich mich mit dem Baby und brachte unseren Körper unseren Geist und unsere Seele in Einklang.  Mein 3. Schritt war mein persönliches Geburtsmantra. In der Meditation fand ich heraus was ich während der Geburt brauche, um bei mir zu bleiben und gleichzeitig mein Baby beim Herauskommen zu unterstützen. Mein Geburtsmantra lautete „Ich kann mich unendlich weit dehnen“. Außerdem fand ich noch heraus „Jede Wehe bringt mich näher zu meinem Kind“ und „mein Baby und ich arbeiten in unserem eigenen Tempo perfekt zusammen“. Mein 4. Schritt war die Herzatmung. Meiner Meinung nach gibt es nichts Hilfreicheres während einer Geburt als die Atmung. Damit meine ich natürlich nicht die normale Atmung, die durchgehend automatisch passiert, sondern die wirklich tiefe Bauchatmung, die uns dabei hilft uns wirklich mit uns und dem Baby zu verbinden und dafür sorgt, dass wir die Wehen nutzen können und uns nicht in ihrer Wucht verlieren. Und die Herzatmung toppt für mich das ganze noch. Mit ihrer Hilfe konnte ich angstfrei und voller Vertrauen in die Geburt gehen und trotz einer sehr, sehr schweren Geburt mit meiner Kraft bei mir und dem Baby bleiben. (Wenn du Näheres über meine spirituelle Geburtsvorbereitung wissen magst, schau auf meiner Homepage unter „Online-Kurs Spirituelle Geburtsvorbereitung“.)

Gegen Ende meiner ersten Schwangerschaft wurde ich sehr krank. Ich bekamen eine Schwangerschafts-Cholestase und stand 24/7 unter Schmerzen. Ich lag fast den ganzen Tag im Salzwasser, damit waren die Schmerzen besser auszuhalten. Es war sehr schwer für mich diese Krankheit zu akzeptieren und je mehr ich mich wehrte, desto schlimmer wurde sie. Wenn du näheres über die Cholestase wissen magst, schreib mir gerne. Mittlerweile habe ich das Trauma verarbeitet.  

Die Krankheit half mir dennoch mich noch einmal mit meinen Ängsten auseinander zusetzen (z.b mit meiner Krankenhaus Angst). Ab SSW 21 hatte ich regelmäßige Wehen, manchmal 8h am Stück, manchmal nur 2 Stunden, aber täglich. Auch wenn das manchmal anstrengend war, so hatte ich das starke Gefühl, dass alles gut so ist. Ich glaube, mein Körper und mein Baby brauchten die viele Übung um natürlich gebären zu können bzw geboren zu werden.

5 Tage vor der eigentlichen Geburt meines ersten Kindes ging die Geburt schon los. Ich hatte alle 15 Minuten leicht schmerzhafte Wehen, die ich gut veratmen konnte. Die Wehen wurden nicht stärker über die nächsten 2 Tage, ich allerdings immer erschöpfter und so ging ich montags zu meiner Hebamme ins Geburtshaus und ließ mich untersuchen. Mein Muttermund war 2 cm geöffnet und sie bestärkte mich darin, durchzuhalten. Sie sagte genau das was ich eigentlich schon wusste: Mein Körper hat große Hürden zu überwinden, das Baby natürlich und spontan auf die Welt zu bringen. Und durch diese lange und intensive Zeit der Vorbereitung auf die eigentliche Geburt, stellt er sich dieser Herausforderung. Ich blieb im Vertrauen und mithilfe der Herzatmung in der Verbindung zu mir und meinem Baby.

In der 3. Darauffolgenden schlaflosen Nacht gegen Mitternacht merkte ich eine Veränderung der Wehen. Sie waren zwar immer noch regelmäßig, aber zusätzlich wurden sie von Mal zu Mal stärker, so dass ich mich in die Badewanne zur Entspannung legte und mich mehr und mehr in der Stille auf mich und mein Baby fokussierte. Gegen 3 rief ich die Hebamme an, dass ich nicht mehr sitzen, laufen und liegen konnte und die Badewanne die Wehen nur stärker machte. Die Wehen waren zu diesem Zeitpunkt schon so stark, dass ich nicht mehr ansprechbar war und Mühe hatte mich nicht in ihnen zu verlieren. Als mein Mann und ich um 5 Uhr morgens im Geburtshaus ankamen, platzte mir die Fruchtblase schon auf dem Parkplatz und ich hatte die leise Hoffnung, dass es nicht mehr lange bis zur Geburt dauerte. Nun ja, es sollte noch 5 weitere Stunden dauern in denen ich mich durch die Räume des Geburtshauses schleppte, in der riesigen Wanne lag und Mantren hörte und knieend auf dem Boden verbrachte, bis mein Muttermund vollständig geöffnet war. (Im Nachhinein hab ich meinen vernarbten Muttermund dafür gefeiert, dass er das schaffte! Wenn er auch gefühlt ewig dafür brauchte) Das einzige was mich vor lauter Erschöpfung nicht verzweifeln ließ, war die Herzatmung. Und zusätzlich dazu wiederholte ich in Gedanken durchgehend meine Geburtsmantren. Als der Muttermund dann endlich vollständig geöffnet war, war ich so erschöpft, dass ich mich nicht mehr auf den Beinen halten konnte. Ich musste tatsächlich liegen, nicht weil es bequem war, sondern weil nichts anderes mehr ging. Mein Mann und meine beiden Hebammen waren mir großartige Unterstützungen während der Geburt, und auch wenn ich den Mammutteil erledigt habe, so kann ich sagen, dass ich die Geburt ohne die 3 so nicht geschafft hätte. Als die Presswehen losgingen spürte ich diese unbändige Kraft im Zentrum meines Körpers aufsteigen und war im ersten Moment vollkommen überfordert davon. Nicht in meinen abenteuerlichsten Träumen hätte ich mir vorstellen können, dass in uns Frauen solch eine Kraft verborgen liegt! Die Hebamme erinnerte mich daran, dass ich mich nicht von meiner eigenen Kraft überrumpeln lassen darf, sondern genau diese nutze um das Baby dabei zu unterstützen durch den Geburtskanal zu kommen. Ich fokussierte mich wieder durch die Herzatmung (die genau dort ansetzt wo auch diese übermenschliche Kraft herkam) und nutzte von Wehe zu Wehe immer besser meine Kraft, um dem Baby zu helfen. Zeitweise hatte ich keine Wehenpause und wenn ich sie hatte dann höchstens 2 Minuten. Aus diesem Grund dachten meine Hebammen, dass wir es bald geschafft haben. Falsch gedacht! Die Austreibungsphase sollte insgesamt 2,5 Stunden dauern. Die Hebammen merkten von Wehe zu Wehe, dass mein Narbengewebe sich zwar dehnte, aber immer nur in sehr kleinen Schritten. Das und die Größe und Schwere des Babys machten es mir nicht leicht. Die Hebammen machten mir Mut, dass ich alles richtig machte und das Baby auch, es aber durch die schwierigen Umstände nur in kleinen Schritten voranging. Nach 2,5 Stunden wurden die Herztöne vom Baby langsamer und es war klar, dass ich nur noch eine Wehe zeit habe um ihn nach draußen zu bekommen. Die letzte Wehe war noch mehr Teamarbeit als die restliche Geburt: Ich presste während und nach der Wehe mit all meiner Kraft, mein Baby drückte sich mit seinen Füßen an meinen Rippen ab, mein Mann hielt mich in der richtigen Position fest, eine Hebamme schob den Po des Babys nach unten und die andere half ihm am Kopf heraus. Als ich den Satz hörte „Jill, mach die Augen auf, dein Baby ist da!“ Wusste ich, dass sich all die Anstrengung gelohnt hat und war überglücklich.

Tatsächlich stellte die Hebamme dann nach einer Weile fest, das ich trotz der schweren Geburt keinerlei Geburtsverletzungen hatte. Sie erzählte noch viele Monate später in ihren Geburtsvorbereitungskursen, dass ich trotz diesen schwierigen Voraussetzungen und der Schwere des Kindes, keinerlei Verletzungen hatte und während der Geburt keinerlei Hilfsmittel nötig waren. Und das obwohl meine Frauenärztin (und Ärzte vor meiner Schwangerschaft) mir schon in der 30 SSW einen Kaiserschnitt empfohlen hatte. Meine Hebamme sagte immer schon, dass Zeit, Geduld und Atmung das wichtigste für eine spontane und verletzungsfreie Geburt sind. Ich gebe ihr da Recht und füge noch hinzu, dass mich meine Mantren durch die Geburt trugen.

Ich glaube Geburten sind eine wundervolle und sehr spirituelle Erfahrungen, an denen wir wachsen. Ausnahmslos JEDE Frau trägt diese unbeschreibliche Urkraft in sich mit der sie eine Geburt auch unter schwierigen Voraussetzungen schaffen kann (was nicht heißt, dass es nicht auch wenige notwendige Kaiserschnitte geben kann). Lasst uns die Glaubenssätze vom „schwachen Geschlecht“ loslassen und wieder zu unserer Urkraft zurückfinden!

Namasté und ganz viel Liebe

Deine Jill

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